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gesehen: Wonder Woman


© Warner Bros. Ent.

Story


Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Daraufhin verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial … und ihre wahre Bestimmung.

Filmkritik: Fantastic 4

© Fox
Ach, es lief nicht gut für Fox. Jedenfalls nicht in Sachen "Fantastic 4". Anfang der 2000er gab es zwei Filme, die vor allem mit einer guten Portion naivem Charme punkten konnten, bei den meisten Zuschauern aber gnadenlos durchfielen. Doch in solchen Zeiten, oder auch wenn die Lizenz droht abzulaufen, gibt es ja immer die Möglichkeit zum Reboot. So auch hier, doch bereits im Vorfeld gab es vor allem eines: Stress. Als die Darsteller bekannt gegeben wurden regte sich der kollektive Unmut. Mister Fantastic ein Teenager, Jamie Bell, das Hemd, als Das Ding? Und von der Möglichkeit zur Adoption wollten die meisten, ewig Gestrigen, auch nichts wissen, und überhaupt: wieso muss man denn auch dauernd hingehen und für weiße Charaktere unbedingt einen Schwarzen besetzen? Eigene Rollen sollte man denen schaffen, aber doch bitte so dass der geneigte 08/15 Zuschauer davon bitte nur ja nichts mitbekommen muss. Und ja, in den vorherigen Sätzen versteckt sich Ironie. Als es dann noch zu Streitereien zwischen Regisseur Josh Trank und Fox kam, Trank kurz vor Start des Films öffentlich erklärte dass er mit dem fertigen Werk nicht einverstanden wäre und überhaupt alles ganz anders hätte sein sollen, schien das Chaos perfekt. Schauen wir uns also an, was letztendlich draus geworden ist. 


Story: "Fantastic Four" erzählt von vier jungen Außenseitern, die in ein gefährliches Paralleluniversum teleportiert werden. Die neue und ungewohnte Umgebung hat immense Auswirkungen auf die physische Konstitution des Teams. Ihr Leben wird unwiderruflich auf den Kopf gestellt und die vier müssen nicht nur lernen mit ihren neuen, angsteinflößenden Fähigkeiten umzugehen, sondern auch Seite an Seite zu kämpfen, um die Welt vor einem neuen Feind zu retten. 
© Fox
Kritik: Wäre ich abergläubisch, dann würde ich mir um dieses Franchise ernsthafte Gedanken machen. Es handelt sich um einen der ältesten Comics von Marvel, beliebt bei den Lesern rund um den Globus. Nun gehören die "Fantastic 4" ja Fox, aber selbst die zeigen in den letzten Jahren mit "X-Men" was sie draufhaben. Woran liegt es also, dass es mit der fantastischen Gruppe einfach nicht klappen will? 

Es wäre sicher nicht zielführend darüber zu spekulieren wer an diesem Film welches Verbrechen begangen hat. Das Studio erzählt eine Geschichte, der Regisseur eine andere, alle dazwischen hüllen sich in dekoratives Schweigen. Schauen wir uns am besten die Einzelteile genauer an, denn in genau diesen wird der Film serviert. Da wäre der Auftakt, in dem ein 11 Jahre junger Reed Richards sich langsam mit seinem absoluten Gegenstück, Ben Grimm anfreundet. Ben hilft ihm bei seinen Experimenten, und wenige Jahre später wird Reed vom Fleck weg ans Baxter Institut geholt, um dort bei der Entwicklung eines Teleporters zu helfen. Hier kommen die überaus intelligente Sue Storm und ihr eher impulsiver Bruder Johnny zum Team dazu. Victor von Doom taucht ebenfalls auf, und der Film ist bis zu diesem Punkt durchaus sympathisch. Die obligatorischen Witze über zu kluge Kinder sitzen teilweise, man lernt die Figuren kennen. Es handelt sich zwar um laufende und sprechende Klischees, aber was soll es. 

Der Schwerpunkt liegt klar auf dem wissenschaftlichen Aspekt der Sache. Die Motivation der vier jungen Leute wird durch von Dooms Misstrauen dem Staat gegenüber effektiv konterkariert und Toby Kebbell weiß zu diesem Zeitpunkt zu begeistern. Generell sind alle Darsteller über die Kritik erhaben, sie arbeiten eindrucksvoll mit dem, was ihnen gegeben wird. Leider verhungern sie sowohl von der Charakterisierung als auch vom Erzähltempo her am langen Arm der Verantwortlichen. So wartet man eine gute Stunde darauf dass die Truppe endlich ihre Kräfte bekommt. Auf den natürlich katastrophalen Besuch auf Planet Zero folgt dann der wohl beste Teil des Ganzen Films. 
© Fox
So wird sich nicht darauf verlassen dass die Menschen ihre Kräfte als Geschenk annehmen und einfach weitermachen in ihrem Alltag. Die Rettung der Welt würde niemand von diesen Teenagern erwarten, die vor allem eines im Angesicht ihrer Kräfte empfinden: puren Horror. Alle finden sie sich in einer Forschungsstation wieder, gefesselt, eingesperrt, betäubt. Hilflos ausgeliefert, sowohl dem eigenen Körper als auch den Forschern. Es sind beklemmende Szenen, und sie zeigen eine Welt auf die es bisher in den Comicverfilmungen so nicht unbedingt gegeben hat. Was, wenn die Veränderung kein Geschenk, sondern ein Fluch, eine Behinderung ist? Doch vor allem an Ben sind diese Tendenzen dann wieder verschenkt. Zu Beginn ist auch er verzweifelt, hat vor allem Angst allein gelassen zu werden. Doch mit welcher Ruhe und Gelassenheit er sich letztendlich dem Willen Anderer fügt grenzt an Lächerlichkeit. 

Die wird dann übertroffen wenn Doktor Doom auf die Erde zurückkehrt. Hier passt einfach nichts zusammen. Die Maske ist längst jenseits von lächerlich angekommen. Dem unfreiwillig komischen Aussehen steht eine brachiale Härte gegenüber, die in zahlreichen explodierenden Köpfen endet und wenigstens für einen kurzen Moment für ein aufhorchen seitens des Zuschauers sorgt. Darauf folgt die vermutlich lieb- und lebloseste Actionsequenz der letzten fünf Jahre, ein Finale das den Namen nicht verdient, ein Bösewicht der schneller in der Vergessenheit versinken wird als mein gestriges Abendessen. Nach 100 Minuten ist der Film dann vorbei, und es bleibt die Erkenntnis dass hier einfach nichts zusammenpassen will. Nicht mal der Soundtrack hat Spaß an dieser Sache, er wirkt furchtbar deplatziert. Episch in Momenten in denen Stille angebracht wäre, zurückhaltend wenn er mit ein bisschen Bombast etwas retten könnte. Die Logiklöcher innerhalb der Geschichte sind überdimensional groß, und die Special Effects sind in ihren besten Momenten gerade so in Ordnung, meistens aber hochgradig peinlich. Gut die Hälfte des Trailer-Materials hat es gar nicht erst in den fertigen Film geschafft.

Das Schlimme daran ist, dass man nicht mal jemandem die Schuld für dieses Chaos in die Schuhe schieben kann. Normalerweise könnte ich mich an dieser Stelle prächtig darüber auslassen welche Fehler seitens der Regie vorliegen. Da aber ein beachtlicher Teil des Films nachgedreht wurde, ohne dass Josh Trank anwesend war, und somit nicht nachvollziehbar ist welche Teile des Films überhaupt von ihm stammen, entfällt das. Was bleibt ist der Eindruck, dass ein Kind nachts in ein Labor eingebrochen ist, munter alle vorhandenen Chemikalien in einen Behälter geworfen hat und das Ganze dann ordentlich durchgeschüttelt hat und auf einen Tisch gekippt hat. Getrennt voneinander befinden sich in diesem Werk sicher vier verschiedene Filme, die das ganze Spektrum von "erbärmlich" bis "eigentlich ganz in Ordnung" abdecken. Doch es passt einfach hinten und vorne nicht. Comicfans dürften sich darüber hinaus ärgern dass so gut wie nichts von der Vorlage her übernommen wurde. Ich würde das unter kreativer Freiheit verbuchen, doch auch die hat ihre Grenzen. Spätestens wenn das Ding seine Catchphrase "It's clobberin' time" von seinem gewalttätigen, großen Bruder übernimmt ist einfach das Maß voll. Auch ist fraglich ob es die dritte Origin-Story innerhalb von vier Filmen gebraucht hätte. 
© Fox
Fazit: Vermutlich der eindrücklichste Fall von "was hätte sein können wenn..." der letzten Jahre. Durchaus gute und interessante Ansätze werden ab der Mitte des Films von Banalitäten, Peinlichkeiten und generellem Irrsinn verschüttet. Abziehbildchen von Charakteren taumeln durch ein filmisches Wrack, dessen Ansätze hier und da durchschimmern. Und genau das ist das Schlimmste am Film: andauernd kann man einen Blick auf die Dinge erhaschen, die möglich gewesen wären. In einer anständigen Welt wäre dieser Gegenpol zu "größer, besser, lauter" ein guter und wichtiger Beitrag zum Superheldenthema gewesen. Gute Darsteller, einige gute Ideen, all dies ist vorhanden. Doch am Ende fehlt es an allem. Schlechte Effekte, peinliche Dialoge, aneinandergereihte Sinnlosigkeiten: sie alle machen betroffen, denn man ahnt, was daraus Gutes hätte werden können. Die Angst vor sich selbst, davor dann am Ende doch völlig anders dazustehen als der Rest, sorgt dann für ein überhetztes Finale, welches sich in unfreiwilliger Komik ergeht. Schade drum, einfach nur Schade.

Infos zum Film

Originaltitel: Fantastic 4
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Comicverfilmung, Sci-Fi, Action, Horror
FSK: 12
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Josh Trank
Drehbuch: Josh Trank, Jeremy Slater, Simon Kinberg
Darsteller: Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan, Jamie Bell, Toby Kebbell, Reg E. Cathey, Tim Blake Nelson

Trailer: 


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