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gelesen: Die Herren von Winterfell

© Blanvalet

Die Serie "Game of Thrones" bespreche ich mittlerweile seit der vierten Staffel für euch, und auch so einiges an Literatur zum Thema und von Autor George R.R. Martin gab es hier schon in Besprechungen. Die Buchreihe, mit der alles seinen Anfang nahm, die wurde allerdings bisher vernachlässigt. Höchste Zeit, diesen Fehler zu korrigieren.

gelesen: Wonder Woman Anthologie

© Panini Verlag / DC Comics

Das steht drin


Schön wie Aphrodite, klug wie Athene, stärker als Herkules und schneller als Merkur – das ist Diana, von den Göttern aus Ton geformt und mit erstaunlichen Kräften ausgestattet. Sie verteidigt die Schwachen und Unterdrückten als Wonder Woman und verbreitet dabei die Botschaft des Friedens als Vertreterin der Amazoneninsel Themyscira.

gelesen: Trollhunters

© Heyne > fliegt

Guillermo del Toro, einer meiner liebsten Regisseure, schreibt nebenbei auch Bücher. "Trollhunters" richtet sich, man erkennt es unschwer schon am toll gestalteten Cover, eher an ein jüngeres Publikum. Das hält mich natürlich keinesfalls vom Lesen ab. Wer lieber anschauen mag, der findet die passende Serie übrigens auf Netflix. Nun aber fix hinein ins Buch, bevor die Sonne aufgeht....

Das steht drin


An Monster unter dem Bett glaubt der 15-jährige Jim schon lange nicht mehr. Er hat ganz andere Probleme und Träume, wie z. B. seinen Loserstatus an der Schule zu verlieren, in Mrs.Pinktons Matheunterricht möglichst nicht an die Tafel gerufen zu werden und endlich, endlich, endlich die Aufmerksamkeit von Claire Fontaine, dem schönsten und coolsten Mädchen der Schule, zu erregen. Das ändert sich jedoch, als eines Abends eine gewaltige, haarige Pranke mit Krallen, so lang wie ein Unterarm, unter Jims Bett hervorschießt und ihn an den Füßen packt... 

gelesen: Star Wars - Das Erwachen der Macht

© Penhaligon
Irgendwann einmal werde ich euch sicherlich in einem Artikel darüber erzählen, wie ich zu "Star Wars" kam, was mir dieses Universum bedeutet und, und, und. Aber heute müsst ihr mit einer Besprechung des Romans zum jüngsten Teil der filmischen Hauptreihe Vorlieb nehmen. Ob sich das Buch zu "Episode VII - Das Erwachen der Macht" lohnt, erfahrt ihr hier. Falls ihr den Film bisher noch nicht gesehen habt, stellt euch auf massive Spoiler innerhalb der Besprechung ein, denn diese dreht sich hauptsächlich um die Dinge, die das Buch dem Film hinzufügt. Außerdem ist es ein verdammt guter Film. So gut, dass er zweimal in meinem Regal steht. Aber kommen wir zur Besprechung.


Das steht drin



Vor mehr als 30 Jahren, in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", wurde die Galaxis dank des mutigen Eingreifens von dem Jedi Luke Skywalker, Prinzessin Leia Organa und dem ehemaligen Schmuggler Han Solo von der Tyrannei des Imperiums befreit. Der Imperator und Darth Vader sind tot, und mit ihnen wurde die Dunkle Seite der Macht besiegt. Doch der Kampf um die Galaxis ist noch nicht vorbei …

gelesen: Richtig leben ... und dann tu, was du willst

© Penguin Verlag


Das steht drin


Mehr als 20.000 nächtliche Gespräche hat Jürgen Domian geführt. 20.000 Menschen haben ihm von ihrem Leben erzählt – oft vom Falschen darin. Was aber heißt eigentlich: Richtig leben? Domian folgt den Leidenschaften des Menschen anhand der Vorlage der Sieben Todsünden und findet so Antworten auf die Frage, die ihn und so viele andere bewegt.

gelesen: Kill your Friends von John Niven

© Heyne Hardcore

Nachdem schon der gleichnamige Film hier zu seiner Besprechung kam, möchte ich euch das zugehörige Buch von John Niven natürlich nicht vorenthalten. Bühne frei also für einen richtig derben Tritt in die unteren Regionen des Körpers.

Das steht drin



Steven Stelfox ist A&R-Manager in einer großen Plattenfirma, immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Level. Doch als die Erfolge ausbleiben, greift er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle.


gelesen: Schattenreiter von Marc Turner

Schönes, düsteres Cover © Heyne Verlag

Ab und an packt mich ja die Lust auf düstere High Fantasy, und dann darf es auch gerne mal umfangreich werden. "Schattenreiter" von Marc Turner erfüllt diese beiden Kriterien vorbildlich und machte meine Handtasche für die Lesedauer doch ein ganzes Stück schwerer. Zählt das Herumtragen dann eigentlich schon als Sport? Jedenfalls möchte ich euch von diesem Leseabenteuer berichten.

Das steht drin


In den Landen des Exils steht der alte Orden der Zauberbrecher vor dem Niedergang. Doch dann wird ein mächtiges Artefakt gestohlen: das Buch der Verlorenen Seelen, welches seinem Besitzer Macht über Leben und Tod verleiht. Ein Nekromant will damit den Gott des Todes herausfordern – wenn nicht ein Reiter mit magischen Kräften ihn noch aufzuhalten vermag 

gelesen: Die Sieben Königslande von Westeros

© Piper Verlag
Nanu, ein "Game of Thrones" Reiseführer? Ihr glaubt ja gar nicht, wie leicht man meine volle Aufmerksamkeit erwecken kann. Flugs landete das Buch dank der netten Menschen beim Piper Verlag in meinem Briefkasten, und ich konnte stöbern. Ein Reiseführer für Westeros... sicherlich eines der gewöhnungsbedürftigsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Aber keinesfalls im schlechten Sinne. Wieso das so ist? Das erfahrt ihr weiter unten im Text.

gelesen: Projekt Luna


© Heyne

Das steht drin


Wir schreiben das Jahr 1959. Satelliten entdeckten ein rätselhaftes Gebilde auf dem Mond, das jetzt unter strengster Geheimhaltung untersucht wird. Es scheint ein gewaltiges Labyrinth zu sein, das offenbar von einer außerirdischen Zivilisation errichtet wurde. Als die Wissenschaftler, neugierig geworden, das Bauwerk betreten, erwartet sie dort ein grauenvoller Tod. Der Physiker Dr. Edward Hawks und der todesmutige Abenteurer Al Barker wollen das Rätsel des Labyrinths lösen, doch so leicht gibt der Mond seine Geheimnisse nicht preis ...

gelesen: Armageddon Rock

© Heyne
George R.R. Martin dürfte den meisten durch sein Fantasy-Epos "Das Lied von Eis und Feuer" bzw. "Game of Thrones" bekannt sein. Der gute Mann ist aber auch sonst recht umtriebig. "Armageddon Rock" erschien bereits 1983 unter seinem Originaltitel "Armageddon Rag", der im Kontext des Buches ein klein wenig mehr Sinn macht, aber ich will nicht meckern, die Geschichte rockt nämlich tatsächlich. Schauen wir also mal genauer zwischen die Buchdeckel.

gelesen: Der Heckenritter von Westeros - Das Urteil der Sieben

© Penhaligon

Nach wie vor herrscht Flaute an Lesematerial in Sachen "Game of Thrones", oder "Song of Ice and Fire", wenn man mal bei der korrekten Version der Buchreihe bleiben will. Das sechste Buch von George R.R. Martin lässt auf sich warten, die siebte Staffel der Serie wurde um ein paar Wochen nach hinten verlegt. Freundlicherweise beendete der Penhaligon Verlag meine Durststrecke und schickte mir "Der Heckenritter von Westeros". Eine Sammlung von drei Kurzgeschichten, die zwar nicht, wie auf dem Cover vollmundig verkündet wird, die direkte Vorgeschichte zum Lied von Eis und Feuer sind, aber dennoch damit verbunden sind. Schauen wir uns das doch mal genauer an.

Das steht drin


Ein Jahrhundert vor den Ereignissen in der Bestsellersaga »Das Lied von Eis und Feuer« nimmt ein Knappe namens Dunk das Schwert seines verstorbenen Herren an sich. Er will an einem Turnier teilnehmen, um selbst ein Ritter zu werden. Doch »Ser Duncan« hat noch viel zu lernen über die Welt der Edlen und Mächtigen. Beim Versuch, einen Platz im Turnier zu ergattern, macht er sich bald ebenso viele Feinde wie Freunde. Dunk ist ein fähiger Kämpfer mit einem starken Ehrempfinden. Doch wird das reichen, um ihn in den Augen der Welt als wahrer Ritter dastehen zu lassen? Oder ist er nur ein fehlgeleiteter junger Mann, der sich und andere in tödliche Gefahr bringt?

Kritik


Im Buch stecken insgesamt drei mehr oder weniger kurze Kurzgeschichten. "Der Heckenritter" erzählt von einem Turnier, bei dem Dunk seinen Knappen Ei kennenlernt. Natürlich läuft dieses Turnier alles andere als harmlos ab, denn wann eskalierte ein Turnier in Westeros mal nicht? Eben. "Das verschworene Schwert" schickt Dunk und Ei in einen mittelschweren Konflikt zwischen zwei Häusern, der natürlich gelöst werden muss, möglichst ohne Verluste von Leben. "Der geheimnisvolle Ritter" führt die beiden Hauptfiguren zurück auf ein Turniergelände, wo... ihr habt es erraten, die Dinge nicht so sind, wie sie zunächst scheinen.

Rhaegal freute sich mächtig auf die Begegnung mit dem Heckenritter.

Die drei Kurzgeschichten veröffentlichte George R.R. Martin (die beiden R stehen übrigens für Raymond Richard) bereits in verschiedenen Anthologien, also Sammlungen von Geschichten. Teilweise wurden diese bisher gar nicht für den deutschen Markt veröffentlicht, andere sind bereits vergriffen. Die Zusammenfassung und Übersetzung in einem Buch ist daher eine tolle Idee. Einzig, wieso auf dem Cover eine römische Eins mit aufgedruckt ist, verwirrt. Denn bisher hat Mister Martin tatsächlich auch nur diese drei Geschichten geschrieben. Laut eigener Aussage plant er zwar weitere Abenteuer für den Heckenritter, ob und wenn ja, wann, diese erscheinen, steht aber in den Sternen. Ansonsten ist die Aufmachung des Covers an die Gestaltung der Hauptreihe, wenn man so sagen kann, angelehnt. Im Regal herrscht also Einheit, nur die Farben unterscheiden sich. 

Nachdem ich "A Song of Ice and Fire" in Buchform vor knapp sechs Jahren förmlich verschlungen habe (und danach nochmal, weil man ja Dinge eventuell überlesen hat, und dann nochmal, weil man ja Zusammenhänge knüpfen muss, und dann nochmal, weil man nach Indizien für gewisse Theorien gesucht hat... ihr kennt das, oder?), war "Der Heckenritter von Westeros" für mich zunächst Neuland. Ganz einfach, weil ich bisher alles rund um diese Welt auf Englisch konsumiert habe. Ich war also mächtig gespannt, wie sich die deutsche Übersetzung machen würde. Ob ich Probleme mit Ortsnamen bekommen würde? Oder mich fragen würde, um wen zum Teufel es eigentlich gerade geht?

Ganz reibungslos lief der Wechsel dann tatsächlich nicht, bei einigen Namen musste ich wirklich kurz überlegen. Das betraf allerdings meist kleinere Häuser oder einzelne Personen. Für die Ortsnamen gibt es vorne und hinten im Buch Karten, damit konnte ich mich orientieren. Und nach knapp der Hälfte der ersten Geschichte merkte ich keinen Unterschied mehr und konnte voll und ganz in Westeros abtauchen. Die Komplexität, die das Lied von Eis und Feuer aufweisen kann, bleibt hier aus. Das erleichtert den Lesefluss enorm, und man muss auch nicht dauernd nachschlagen, mit welcher Figur man es denn nun gerade zu tun hat. Die Geschichten sind kurzweilig und lassen sich flott lesen. Miteinander verknüpft sind sie einerseits durch eine im Hintergrund angelegte, größere Geschichte, andererseits durch kleine Rückverweise auf das, was bisher so geschehen ist. Man könnte sie aber auch gut in einer anderen Reihenfolge lesen, ohne zu viele Verständnisfragen aufzubauen.

Wehe, jemand sagt jetzt "Dracarys"! Und seit wann können Drachen lesen?

Dennoch merkt man, dass George R.R. Martin die Welt, die er erschaffen hat, liebt und gerne ergründet. In dieser Hinsicht mag der Hinweis, es handle sich um die Vorgeschichte zum Lied von Eis und Feuer, halbwegs angebracht sein. Aufmerksame Leser des Epos werden in den bisherigen Büchern das eine oder andere Mal auf Dunk und Ei gestossen sein, ansonsten liefern die Kurzgeschichten einen tiefergehenden Einblick in die Geschehnisse. Wer sich also genaueres Wissen über die politische Geschichte von Westeros aneignen will, der wird hier in jedem Fall fündig. Alle anderen bekommen kurzweilige, unterhaltsame Abenteuer eines ungleiches Paares von Heckenritter und Knappe. Da bleiben überraschende Wendungen nicht aus, und es gibt ganz in der Tradition des Hauptwerkes eine oder zwei kurze Einlagen, die etwas unappetitlicher zu lesen sind. Das erreicht aber niemals auch nur angehend die Ausmaße an Brutalität, für die die anderen Bücher berüchtigt sind. Stattdessen, und das überraschte mich persönlich beinahe am meisten, gibt es vermehrt humorvolle Einlagen, die den Geschichten trotz der komplexen Hintergründe ein angenehmes Maß an Leichtigkeit verpassen.

Fazit


"Der Heckenritter von Westeros" liefert kurzweilige, spannende und teils auch witzige Unterhaltung in Westeros. Fans der Reihe werden zahlreiche Hintergrundinformationen entdecken, die das geschichtliche Wissen um die komplexe Welt von "Game of Thrones" anreichern. Wer aber einfach nur ein paar Rittergeschichten lesen will, der wird hier ebenso fündig. Eine gut gelungene Gratwanderung, die für unterhaltsame Lesestungen sorgen wird. 

Fakten zum Buch


Der Heckenritter von Westeros - Das Urteil der Sieben von George R.R. Martin | Verlag: Penhaligon | erschienen am 23. September 2013 | Übersetzer: Andreas Helweg, Joachim Körber | Softcover | 416 Seiten | 15€

Gelesen: Heilige Kuh

© Heyne Verlag

Das steht drin


Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Nun, sie sind alle Teil unserer heutigen Welt. Und in dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Gemeinsam mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Leser viel Wahres über die Menschen erfährt. 

Kritik


Moment mal, David Duchovny? Ja, so in etwa dachte ich mir das auch beim Stöbern im Sortiment des Heyne Verlages. Denn David kennt man ja eigentlich eher als Schauspieler. Egal ob Agent Fox Mulder bei "Akte X", als Ermittler bei "Aquarius" oder (und da schließt sich der Kreis auch schon) als Schriftsteller Hank Moody in der großartigen Serie "Californication". Umso erstaunter war ich, dass er tatsächlich auch Bücher schreibt, oder zumindest eines veröffentlicht hat. Ein bisschen Recherche ergab dann, dass der gute Mann tatsächlich einen Master-Abschluss in Englischer Literatur besitzt und sogar eine Doktorarbeit angefangen, allerdings niemals beendet hat. Kurzum: Ich war sehr neugierig auf sein Buch.

Das Cover sticht ziemlich ins Auge. Zu sehen ist vor einem schwarzen Hintergrund eine Karikatur der Hauptfigur, Elsie. Ihre Pose wirkt zunächst ungewohnt, denn wann streckt eine Kuh schon mal alle Viere von sich? Aber im Laufe der Geschichte wird recht gut ersichtlich, wieso das Cover genau diese Pose zeigt. Der knallrote Sticker mit dem Verweis auf den deutschen Übersetzer, Timur Vermes, lässt sich leider nicht entfernen. Ich muss gestehen: Ich musste googlen, um herauszufinden, wer er ist. "Er ist wieder da" geht auf seine Kappe, allerdings habe ich weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen. Im Buch wirken einige Übersetzungen stellenweise recht seltsam, wer sich die englischen Gegenstücke nicht zurechtreinem kann, dürfte sich das eine oder andere Mal wundern.

David Duchovny selbst ist überzeugter Veganer, und seine Motivation ist in so ziemlich jeder Seite des kurzweiligen Buches spürbar. Was als witzige Umkehr der gewohnten Verhältnisse beginnt, in der die Tiere darüber sinnieren, wie ihr Leben auf der Farm verläuft, bekommt allerdings schnell härtere Untertöne. Entdeckt Elsie erst einmal, dass ihr Leben nicht sonderlich lang dauern wird, beginnt ein im wahrsten Sinne des Wortes wilder Road Trip. Die drei Tiere erleben Abenteuer in der Welt der Menschen. Dafür muss man die Vorstellungskraft schon mal ein wenig strapazieren. Truthähne betätigen sich als Piloten, und die Tiere laufen in menschlicher Kleidung unerkannt umher. Ein ums andere Mal wirkt die Mahnung, man solle sich um seinen Fleischkonsum doch mal Gedanken machen, ziemlich mit dem Holzhammer reingetrichtert. Andererseits regen kleine Weisheiten wie "Eine Mauer sperrt nicht nur die Menschen darin ein, sondern auch die anderen aus" zum Nachdenken an. Ich denke, Duchovny wollte hier eine Gratwanderung zwischen Moralkeule und Unterhaltung wagen. Diese ist zwischendurch etwas einseitig ausgefallen, insgesamt ist das Konzept jedoch gut durchdacht. Mindestens liefert die Lektüre ein paar Denkansätze, und das ist heutzutage doch schon eine Menge wert.

Fazit


Mit "Heilige Kuh" ist David Duchovny eine kurzweilige Parabel gelungen. Stellenweise ist der Humor etwas arg flach, an anderen Ecken wird dies durch wunderbare Seitenhiebe auf die aktuelle Popkultur aber locker wieder wettgemacht. Der deutschen Übersetzung sind einige Ausflüge in diverse Dialekte geschuldet, was sich stellenweise etwas schwerfällig liest. Und zu guter Letzt sind auch die Appelle an den gesunden Menschenverstand hier und da wirklich mit dem Holzhammer vorgetragen. Das schadet aber nicht, denn wenn dort draußen noch immer Menschen herumlaufen, die von den Schattenseiten unseres Fleischkonsums nichts wissen (wollen), dann muss wohl weiter darauf aufmerksam gemacht werden. Ein bissiges, herrlich schräges, stellenweise überzogenes Debüt, das neugierig auf mehr aus der Feder des Autors macht.

Fakten zum Buch


Heilige Kuh von David Duchovny | Verlag: Heyne | erschienen am 11. Juli2016 | Übersetzer: Timur Vermes | Softcover | 224 Seiten | 9,99€

Gelesen: Miss Peregrines Home for Peculiar Children

© Quirk Books
Das steht drin: Jakob wächst mit den sonderbaren und fantastischen Geschichten seines Großvaters auf. Als dieser unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, begibt sich Jake auf die Suche nach den besonderen Kindern und ihrer Aufpasserin, Miss Peregrine, über die er so viel in den Geschichten erfahren hat. Er ahnt nicht, dass er sich damit in das Abenteuer seines Lebens stürzt.

Kritik: Die schier unendliche Welle an Young Adult Geschichten und ihren Kinoverfilmungen nimmt kein Ende. "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs, die als Verfilmung von Regisseur Tim Burton im Kino lief, macht da keine Ausnahme. Ein Blick ins Buch lohnt aber trotzdem.

Mit Debütromanen ist es ja immer so eine Sache. Immer wieder erscheinen belanglose Geschichten. Noch seltsamer sind Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene, die ein verfälschtes Bild ihrer Zielgruppe zeichnen. Vielleicht liegt es auch an meinem eigenen Alter, aber ich finde viele Romanfiguren in Young Adult Geschichten extrem nervig. Aufgesetzt wirkende Sprache und oft schräges, so gar nicht nachvollziehbares Verhalten schrecken mich regelrecht ab. Hier ist das nicht der Fall. Ransom Riggs hat mit Jacob eine vielschichtige Figur geschaffen, mit der man sich sofort identifizieren kann.

Er steckt voller Zweifel über sich selbst, ist unsicher und kapselt sich von seiner Umwelt ab. Seine Familie entspricht der Sorte Eltern, die halt irgendwann mal Kinder bekommen haben, weil man das halt so macht. Viel Liebe scheint nicht vorhanden. Einzige Ausnahme ist der Großvater, bei dessen Geschichten lange unklar ist, wieviel Wahrheit dahintersteckt. Gemeinsam mit Jakobs Besonderheit ist die Geschichte über weite Teile auch als Parabel auf das Erwachsenwerden interpretierbar. Besonders gefallen haben mir auch die zahlreichen Fotos, die im Buch zu sehen sind. Alte Fotografien sind häufig ja sowieso schon etwas gruselig anzuschauen, hier wurden die Bilder ein wenig nachbearbeitet. Dazu gibt es hier und da handgeschriebene Briefe und Postkarten, so dass die Vorstellungskraft beim lesen richtig beflügelt wird.

Mit der Verlagerung auf die zumindest in der deutschen Fassung titelgebende Insel mischen sich zurückhaltende Anteile einer Liebesgeschichte sowie eine gute Dosis Mystery und Detektivgeschichte zu einer wirklich spannenden Abenteuerjagd zusammen. Die besonderen Kinder bleiben leider größtenteils blasse Charaktere, dafür wird sich auf eine Handvoll von ihnen konzentriert. Diese wenigen Figuren erfahren dann auch etwas tiefergehende Charakterisierungen. Die Gruppendynamiken sind stimmig, es gibt Konflikte zu bewältigen und natürlich muss die Gruppe zusammenhalten, um klarzukommen. Riggs hat dabei einen sehr natürlichen Schreibstil, der die Figuren extrem lebendig wirken lässt. So liest sich das erste Buch dieser Trilogie angenehm schnell weg und macht neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

Fazit: Ransom Riggs ist ein spannendes Debüt gelungen. Tolle, nachvollziehbare Figuren und eine sonderbare Geschichte, gefüllt mit liebevollen Details, sorgen für ein richtiges Leseabenteuer. Ein wirklich spannender und außergewöhnlicher Lichtblick im oftmals einheitsbreiigen Young Adult Sektor.

Fakten zum Buch

Miss Peregrines Home for Peculiar Children von Ransom Riggs | Verlag: Quirk | Erstauflage erschienen am 04. Juni 2013 | Taschenbuch | 384 Seiten | 8,99€ 


Reihenfolge

1. Miss Peregrines Home for Peculiar Childen / Die Insel der besonderen Kinder
2. Hollow City / Die Stadt der besonderen Kinder
3. Library of Souls / Die Bibliothek der besonderen Kinder

Gelesen: Winter is Coming - Die mittelalterliche Welt von Game of Thrones

© Theiss Verlag

Eventuell ist es dem einen oder der anderen beim lesen hier schon aufgefallen. Dem Rest sei verkündet: Ich mag "Game of Thrones". Sehr sogar. Die Serie, die Bücher, you name it. Groß war dementsprechend die Freude, als "Winter is Coming" von einem besonders fleissigen Raben in meinen Briefkasten gelegt wurde. Zeit für eine ausführliche Besprechung. 

Das sagt die Inhaltsangabe: Game of Thrones‹ ist Gegenstand heftiger Diskussionen in den Medien und für Millionen von Fans in aller Welt, die zahllose Theorien entwickeln, wie die Geschichte wohl weitergehen wird. Doch trotz all dem hat bisher kein Buch verraten, wie George R. R. Martin sein erstaunliches Universum geschaffen hat. Während Carolyne Larrington Romane und Fernsehserie zugleich im Blick hält, erkundet sie jene mittelalterliche Welt aus Rivalitäten und Krieg, Liebe und Verrat, Gier und Macht, deren Inbegriff die Rosenkriege in England bilden. Außerdem vertieft sie sich unter anderem in die Themen Wappen, Riesen, Drachen und Schattenwölfe in Texten des Mittelalters, Raben, alte Götter und Wehrholz in den nordischen Mythen sowie in den bizarren, exotischen Orient auf dem Ostkontinent Essos. Von den Weißen Wanderern bis zur Roten Frau, von Casterlystein bis zum Zitternden Meer ist dieses Buch ein unentbehrlicher Reiseführer in die bedeutendste Schöpfung der Fantasyliteratur des 21. Jahrhunderts.

Kritik: Wie schreibt man ein Sachbuch über eine Reihe wie "Game of Thrones"? Aktuell sind es sechs Serienstaffeln und fünf veröffentlichte Romane, wenn man nach der englischen Zählung geht. Wer auf Deutsch liest, wird doppelt zur Kasse gebeten (und muss sich mehr Buchnamen merken). Unzählige Charaktere und zahlreiche Handlungsorte zeichnen die Geschichte aus. George R.R. Martin bediente sich ausgiebig an historischen Ereignissen und Erzählungen und schuf daraus seine ganz eigene Welt. Da ist der Durchblick nicht immer ganz so leicht.

Das dachte sich wohl auch Carolyne Larrington. Sie arbeitet als Professorin an der Uni in Oxford und beschäftigt sich dort viel mit mittelalterlicher Literatur, Sagen aus Skandinavien sowie den einzelnen Ländern des Vereinigten Königreiches und legt nebenbei noch ein Augenmerk auf die Geschichte der Frauen in diesen Kontexten. Kurzum, die Dame rockt ziemlich. Ihre Begeisterung für "Game of Thrones" wird dann auch beim lesen spürbar. Nach einer Einleitung, in der kurz darüber informiert wird, dass die Inhalte bis zum Ende der fünften Staffel / dem fünften Buch (A Dance with Dragons) besprochen werden, geht es dann auch schon los. Wobei, ein Spoilersystem mit verschiedenfarbigen Raben am Rand einzelner Seiten wird ebenfalls vorgestellt. Eine schöne Idee, so können auch diejenigen, welche in der Handlung noch nicht so weit vorangeschritten sind, mitlesen.

Thematisch ist das Buch in fünf Kapitel unterteilt. Als Leser wird man auf eine Reise von Norden nach Süden geschickt. Persönlich empfinde ich das als willkommene Abwechslung, allein die Vorstellung, jemand würde chronologisch zur Geschichte alles aufdröseln... reden wir lieber nicht drüber, da würde wohl ein Wälzer mit 2000 Seiten entstehen. Die einzelnen Kapitel befassen sich dann ausgiebig mit Elementen der verschiedenen Gesellschaften. Larrington zieht jeweils Parallelen zu historischen oder sagenhaften Ereignissen. Dabei verzichtet sie auf hochgestochene Phrasen, ihre Texte sind gut verständlich und wirklich informativ gehalten. Ich fand die teils eingedeutschten Namen gewöhnungsbedürftig, meine bisherigen Kontakte mit Büchern und Serie waren allesamt auf englisch. Da hatte ich zwischenzeitlich ein bisschen Orientierungsprobleme, die sich aber meistens im Kontext lösen ließen. Wer gemischt oder aber auch nur die deutschen Fassungen konsumiert, kommt aber sicher gut zurecht.

Für diejenigen, die bisher weder mit den Büchern noch der Serie Kontakt hatten, dürfte das Buch wohl zuviel des Guten sein. Ein gewisser Grad an Vorwissen ist schon erforderlich. Larrington erklärt aber dennoch viele Zusammenhänge, und man muss nicht beide Formate in- und auswendig kennen, um sich zurechtzufinden. Da möglichst viele Leser angesprochen werden sollen, handelt sie die einzelnen Themenpunkte zwischenzeitlich etwas knapp bemessen ab. Am Ende des Buches wartet dann aber ein wirklich umfassendes Literaturverzeichnis. Wer sich dann für einzelne Themenschwerpunkte ausgiebiger interessiert, findet hier sicherlich die passende Lektüre. Als Begleittext für Serie und Bücher und als Überbrückung für die lange Wartezeit auf neue Staffeln und neues Lesefutter sind Fans hier aber wirklich gut bedient.

Fazit: "Winter is Coming" schafft die Gratwanderung zwischen zugänglich und wissenschaftlich nahezu perfekt. Für mich, mit immerhin drei Semestern Geschichtsstudium auf dem Buckel hätte es gerne noch ein bisschen mehr in die Tiefe gehen können. Doch da schafft das umfassende Literaturverzeichnis am Ende Abhilfe. Carolyne Larrington vermittelt eine Vielzahl von Themen, jede Menge Hintergrundwissen und wirklich spannende Querverweise auf lockere Art. Bücher und Serie werden miteinander verbunden, und am Ende ist man garantiert schlauer. Eine klare Leseempfehlung für all diejenigen, die sich tiefergehend für die Hintergründe des Liedes von Eis und Feuer interessieren.

Fakten zum Buch 

Winter is Coming - Die mittelalterliche Welt von Game of Thrones von Carolyne Larrington | Verlag: Theiss | erschienen am 12.09.2016 | Übersetzer: Jörg Fündling | Softcover | 320 Seiten | 19,95€

Gelesen: Harry Potter and the Cursed Child Parts I + II

© Little, Brown Book Group

Story: Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Kritik: Alternativ hätte man das Script zum Theaterstück, um das es sich hier handelt, auch "Das beinahe völlige Verschwinden der Magie" nennen können. Denn eines ist sicher: mit den ursprünglichen Büchern hat "Harry Potter and the cursed Child" beinahe nichts mehr zu tun. Die deutsche Fassung erscheint übrigens am 24. September und wird den Titel "Harry Potter und das verwunschene Kind" tragen. Das Englisch in diesem Buch ist aber sehr einfach gehalten, bedingt natürlich auch durch die Drehbuchform. Wer also nicht warten will und halbwegs fit ist, kann sich hier ruhig dran versuchen.
Die erste Seite ist immer das aufregendste, oder?
Das sich so eine Lücke zu den anderen Büchern auftut, liegt einerseits natürlich an der Form. Es handelt sich um die niedergeschriebenen Dialoge zum entsprechenden Theaterstück. Einige werden die Form vermutlich aus zahlreichen Schullektüren kennen. Sie ist nicht jedermanns Favorit, ich finde es ziemlich entspannt zum lesen. Es ist auf das Wesentliche reduziert und man kann sich viel mehr Dinge einfach vorstellen. Bühnenanweisungen sind ebenfalls enthalten. Wer die liebevollen Details der ersten sieben Bücher großartig fand, wird hier vermutlich schwere Zeiten vor sich haben J.K. Rowling hat das Buch nicht geschrieben, sondern nur die Idee zur Verfügung gestellt. John Tiffany und Jack Thorne zeigen sich in weiten Teilen für die Ausformung der Geschichte verantwortlich. Falls ihr übrigens Tickets für die Aufführung am Londoner Westend ergattern wollt: viel Erfolg, nach aktuellem Stand ist es bis in den kommenden Sommer ausverkauft.

Und dann sind natürlich die Figuren aus den ersten sieben Büchern nun erwachsen. Und wie das so ist, wenn man erwachsen wird: vieles wird langweiliger. Harry Potter hat, genau wie Hermine, einen Job im Magisterium, nach wie vor sind alle miteinander verheiratet, neu sind die Kinder. Und um die geht es in erster Linie. Albus Severus Potter ist in etwa so weit von dem entfernt, was man sich unter einem Potter vorstellt, wie es nur möglich ist. Harry kann die Enttäuschung darüber oft nicht verbergen, und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn erweist sich zügig als angeknackst. Im Hause Malfoy sieht es ganz ähnlich aus, und so freunden sich die beiden Jungs an. Hätte ich übrigens nie gedacht, aber das Skript schafft es, Draco Malfoy auf ein ganz neues Level an Sympathie zu heben. Dafür erleben wir aber auch ganz neue Ausmaße einer trotteligen Version von Ron, die unerträglich zu lesen ist. Älter werden bedeutet nicht immer automatisch, dass man unausstehlich wird. Aber zumindest mit den Kindern hätten sich unendlich viele Möglichkeiten für spannende Geschichten rund um Freundschaft und Abenteuer ergeben.
Ein schöner Rücken kann ja auch entzücken.
Stattdessen gibt es eine kurzweilige Story, die oberflächlich betrachtet eigentlich recht gut ist. Zeitreisen, der Dunkle Lord, die Vergangenheit, alternative Zeitlinien: alles kommt irgendwie vor. Doch statt neue Figuren einzuführen werden der Reihe nach alte Bekannte abgeklappert. Was weniger schlimm wäre, wenn nicht viele von ihnen plötzlich ganz andere Wesenszüge aufweisen würden, als es in den sieben anderen Büchern der Fall war. Ohne jetzt hier spoilern zu wollen, aber hier passieren Dinge, die selbst für schlechte Fanfiction noch undenkbar wären. Dinge, die auf so großer Ebene relevant sind, dass mir unbegreiflich ist, wie das als Buch durchgehen kann, und dann noch quasi offizieller Kanon ist. Wenn ich auf einem 300 Seiten kurzen Buch alle 30 Seiten innehalten muss, um mich zu fragen was zur Hölle ich da eben gelesen habe, dann stimmt irgendetwas nicht. Wenn ich eine fortlaufende Geschichte schreibe, dann muss ich doch darauf achten, dass es sowas wie Kontinuität gibt, dass sich an von mir selbst aufgestellte Regeln gehalten wird. Dies ist hier leider nicht der Fall.

Fazit: Für einen kurzen, oberflächlichen Trip in die Nostalgie-Schublade mag das Buch sich bestimmt gut eignen. Doch die liebgewonnenen Figuren, die mich durch das Erwachsenwerden hindurch begleitet haben, sind hier nur noch Schatten ihrer selbst. Aufgestellte Regeln für das Potter-Universum gelten auf einmal nicht mehr. Die Geschichte steckt voller Logiklöcher, über die nicht mal mit viel Wohlwollen hinweggesehen werden kann. Widersprüche zu den anderen sieben Büchern machen sich überall bemerkbar. Nein, da kann man gut und gerne drauf verzichten, bei Bedarf findet man sicherlich im Internet besser (und sinnvoller!) geschriebene Fanfiction.


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