Filmkritik: Die Insel der besonderen Kinder

© Twentieth Century Fox Film Corporation
Story: Als Jake (Asa Butterfield) verschiedene Hinweise findet, die Realität und Zeit auf rätselhafte Weise auf den Kopf zu stellen scheinen, entdeckt er einen geheimen Zufluchtsort, Miss Pergerines Home for Peculiar Children. Je mehr Jake über die Bewohner der Insel und über ihre aussergewöhnlichen Fähigkeiten erfährt, desto mehr wird ihm bewusst, dass Sicherheit nur eine Illusion ist und dass Gefahr in Gestalt von übermächtigen, unsichtbaren Feinden überall lauert.

Kritik:  Tim Burton wird ja gerne mal vorgeworfen, dass er sich irgendwo in der Belanglosigkeit verloren hat. Wer davon fest überzeugt ist, der wird sich vermutlich auch mit "Die Insel der besonderen Kinder" bestätigt sehen. Denn hier gibt es eine schräge Geschichte mit schrulligen Figuren und eine gute Dosis Abenteuer. Typisches Burton Material. Doch in Verbindung mit der Romanvorlage von Ransom Riggs entsteht eine Geschichte, die zu berühren weiss.
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Jake als Identifikationsfigur ist eine zugängliche Wahl. Er ist einer dieser Außenseitertypen, für die Burton sich seit jeher begeistern kann. Und er findet sich rasend schnell in einem Abenteuer wieder, welches eigentlich viel zu groß für ihn ist. Dass besagtes Abenteuer gleichzeitig eine Geschichte über das komplizierte Erwachsenwerden zwischen erster Liebe und notwendiger Abnabelung von den Eltern ist, ateht ganz im Zeichen von Burtons großen Werken wie "Big Fish".

Doch natürlich laufen hier einige Dinge anders. Mit den Hollowghasts gibt es eine ernsthafte Bedrohung, die auch visuell unberuhigend wirkt. Dem stehen die besonderen Kinder mit ihren jeweiligen Aufpasserinnen gegenüber. Hier glänzt vor allem Eva Green, die als Miss Peregrine ganz wunderbar in diesen Film passt. Was Burton und die Geschichte ihr an Spleens abverlangen liefert sie mühelos. Gleichzeitig wirkt sie, wie beinahe immer, ein wenig entrückt und nicht von dieser Welt. Mit Ella Purnell bekommt Asa Butterfield eine tragische Love Interest zur Seite gestellt, die beiden harmonieren aber gut, die zaghaft aufkeimende Liebe nimmt man ihnen ab. Die restlichen Kinder bleiben leider etwas auf der Strecke. Besonders über Enoch hätte ich persönlich noch mehr erfahren, da seine Fähigkeit durchaus auch Stoff für moralische Konflikte bietet.
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Was den Film spannend macht ist dann am Ende auch die Art der Inszenierung. An einigen Stellen kommt Stop Motion Technik zum Einsatz. Farblich abgesetzte Rückblenden lockern die Erzählstruktur auf, oftmals wirkt es, als wäre ein Abenteuerbuch zum Leben erweckt worden. Der geheimnisvolle, stellenweise fröhliche und auch mal bedrückende Soundtrack leistet ebenfalls seinen Beitrag zu einem rundum stimmigen Werk, dem man die eine oder andere Logikpause gern verzeihen mag.

Fazit: Mit Tim Burton und Ransom Riggs haben sich zwei gesucht und gefunden. Die  Verfilmung des außergewöhnlichen Debütromans ist im positivsten Sinne des Wortes sonderbar, auch wenn der Film eher konventionellen Regeln folgt als es das Buch macht. Für Fans von Burtons Stil, Verehrer von Eva Green und Anhängern der anhaltenden Welle an Young Adult Geschichten ist "Die Insel der besonderen Kinder" jedenfalls eine willkommene Flucht aus dem tristen Alltag.

Infos zum Film

Originaltitel: Miss Peregrines Home for Peculiar Children
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Fantasy, Abenteuer
FSK: 12
Laufzeit: 127 Minuten
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Jane Goldman
Darsteller: Eva Green, Asa Butterfield, Ella Purnell, Samuel L. Jackson, Chris O'Dowd, Judi Dench  u.a.

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