Filmkritik: Fast Convoy - Tödlicher Transport


© Ascot Elite
Story: 1.800 Kilometer von Malaga nach Paris liegen vor dem Drogenkonvoi. Das sind 24 risikoreiche Stunden voller Anspannung für die sieben männer in den schnellen Wagen. Mit weit über 1000 Kilo Cannabis und der überraschend hinzugekommenen Tasche voller Koks müssen sie für Polizei und Zollfahndung unsichtbar bleiben. Zwölf Mal haben sie einen solchen Transport schon erfolgreich hinter sich gebracht. Doch diesmal läuft es nicht so glatt. Sie verlieren einen Wagen, es gibt einen Toten und einen Verletzten. Und es ist nicht nur die Polizei, die sich an ihre Fersen heftet. Der Konvoi bekommt es mit einem weiteren Verfolger zu tun, der die Routinefahrt endgültig in einen verzweifelten Kampf ums Überleben verwandelt.

Kritik: Ich hab ja eine Schwäche für Autos. Insofern stand "Fast Convoy" quasi automatisch auf meiner Liste, und französisches Actionkino ist ja auch immer wieder mal für eine Überraschung gut. Nun ist der fixe Konvoi hier auf jeden Fall eine Überraschung, allerdings nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte. Denn nach einem wirklich eindrucksvollen Auftakt flacht der Film leider erstmal ab.
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Das hat gleich zwei Gründe. Keiner davon hat mit den Darstellern zu tun, die liefern durch die Bank weg solide Leistungen. Allerdings lässt das Drehbuch sie beinahe herzergreifend im Stich. Charakterisierung findet kaum statt, grob über einen Kamm geschoren könnte man sagen: "alle Figuren kommen aus einem beliebigen Banlieu, und da sind ja sowieso alle gleich." Was natürlich eine fiese Verallgemeinerung ist, das Problem mit den Figuren aber am effizientesten benennt. Und dann wären da die Dialoge. Recht lahm geschrieben sind sie. Spannung kommt dann auf, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert und die ach so harten Jungs mit der Situation überfordert sind und hysterisch reagieren. Doch diese Ausbrüche sind selten, und so darf man sich als Zuschauer durch gewollt coole, aber leider kaum zündende Dialoge durcharbeiten. Da wäre mehr drin gewesen.
© Ascot Elite
Auch an der Action mangelt es. Der Auftakt sowie das Finale sind wirklich gut und sehr stimmig inszeniert, man schmeckt fast schon die Abgase in der Luft und es wummert ordentlich aus den Boxen. Dazwischen wird das Tempo der Fahrzeuge durchgängig hoch gehalten, was man als Regisseur auch erstmal auf die Beine stellen muss, nur leider passiert eben nicht allzu viel. Bisweilen irritiert auch der heftige Einsatz von Farbfiltern. Tagsüber sieht alles aus wie eine Folge "CSI: Miami", gelb dominiert den Bildschirm vollständig. Nachts erstrahlt dann alles in verschiedenen Blautönen. Das fühlt sich immerhin natürlicher an als der Gelb-Overkill, ist aber immer noch gewöhnungsbedürftig. Mit ein wenig mehr Feintuning an den Dialogen, etwas weniger flachen Figuren und einem kleinen bisschen mehr Action im Mittelteil wäre "Fast Convoy" richtig gut geworden. So allerdings bleibt er ein Film, der sich im breiten Mittelfeld aus "kann man anschauen, muss man aber nicht" ansiedelt.

Fazit: Das Setting klingt vielversprechend, allerdings wäre ein klein wenig mehr Action für einen Film, der sich als Action-Thriller anbiedert, wünschenswert gewesen. Dialoglastig ist der Film zwar, die Dialoge kommen aber durchgängig zahnlos daher. Fans von markanten gelb- und sepiastichigen Farben kommen allerdings voll auf ihre Kosten, und zumindest der Auftakt und die Verfolgungsjagd am Ende sind wirklich ordentlich inszeniert. Auch wird das Tempo der Fahrzeuge über die komplette Laufzeit schön hoch gehalten.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite (Veröffentlichung in Deutschland am 22.7.2016) kommt im Pappschuber mit fest aufgedrucktem FSK-Logo ins Haus. Die Hülle selbst hat dann aber ein Wendecover beiliegen. Bei den Tonspuren kann zwischen einer deutschen und der originalen, französischen Spur gewählt werden. Beide liegen in gut abgemischtem, fehlerfreien DTS-HD MA 5.1 vor. Die Dialoge sind gut verständlich, wenn es dann mal zur Sache geht werden die Boxen auch gut ausgenutzt und satter Klang füllt den Raum. Das Bild ist recht kontrastarm, was vermutlich aber einzig an den heftig eingesetzten Farbfiltern liegt: gelb für den Tag, blau für die Nacht. Dafür ist das Bild aber gestochen scharf. Als Bonus gibt es neben zwei Trailern zum Film noch ein kleines Making-of, mit dem Interessierte einen  Einblick in die Dreharbeiten bekommen.

Infos zum Film

Originaltitel: Le Convoi
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Thriller, Action
FSK: 16
Laufzeit: 103 Minuten
Regie: Frédéric Schoendoerffer
Drehbuch:  Frédéric Schoendoerffer, Yann Brion
Darsteller: Benoît Magimel, Reem Kherici, Tewfik Jallab u.a.

Trailer


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