Horrorctober 2016


Falls ihr keine Horrorfilme mögt, dann wird der Oktober ein ganz harter Monat für euch, liebe Leser. Denn wer letztes Jahr schon mitgelesen hat, der weiß was nun kommt: Horrorfilme satt, den ganzen Monat lang. Es ist wieder Zeit für den Horrorctober! Das Team der CineCouch hat euch auch in diesem Jahr wieder eine viel bessere Erklärung, als ich sie machen könnte, bereitgestellt. Außerdem findet ihr unter deren Beitrag auch alle anderen Teilnehmer. Scheut euch also nicht, auf Entdeckungstour zu gehen.

Naja, vielleicht finde ich zwischenzeitlich auch Zeit für etwas anderes. Aber wenn ihr mal einen Blick drüben in die Tag-Liste werft, dann taucht "Horror" dort ziemlich weit oben auf. Ich warte insgeheim immer noch darauf, diesem Genre irgendwann mal zu entwachsen, aber bisher bleibt dieser Schritt aus. Dementsprechend ist es über die Jahre hinweg schwieriger geworden, noch Filme zu finden, die ich noch nicht gesehen habe. So ist die Auswahl dieses Jahr vielleicht nicht zu 100% lupenreiner Horror, ich freue mich aber trotzdem auf jedes einzelne Werk. Und das sind die Schätze für die diesjährige Ausgabe:

© Concorde, Kinowelt, Wild Bunch, Universal, Senator, RapidEye Movies, UIP, Warner Bros., Lionsgate, ifc Films, Constructovision
  • Frankenstein (1931) von James Whale
  • Der weiße Hai (1975) von Steven Spielberg
  • The Lost Boys (1987) von Joel Schuhmacher
  • Funny Games (1997) von Michael Haneke
  • The Devil's Backbone (2001) von Guillermo del Toro
  • Slither (2006) von James Gunn
  • Bug (2006) von William Friedkin
  • Martyrs (2008) von Pascal Laugier 
  • The House of the Devil (2009) von Ti West 
  • Let me In (2010) von Matt Reeves
  • Kill List (2011) von Ben Wheatley
  • Berberian Sound Studio (2012) von Peter Strickland
  • The Lords of Salem (2012) von Rob Zombie
An "richtigen" Klassikern ist dieses Mal nur "Frankenstein" mit dabei, auf den bin ich dafür schon so richtig gespannt. Das Buch gehört zu meinen Favoriten! Ansonsten sind dieses Mal überraschend viele neuere Filme mit an Bord. Dies hauptsächlich, weil ich unzählige "die besten Horrorfilme aller Zeiten!" - Listen durchgegangen bin und bei so ziemlich jedem Eintrag nur sagte "kenn ich schon". Mit "The Lords of Salem" hole ich den aktuell einzigen noch unbekannten, aber bereits im Handel erhältlichen Rob Zombie nach, "The House of the Devil" wird mein zweiter Ti West, nachdem ich letztes Jahr sehr viel Freude an "The Innkeepers" hatte. Und mit "Let me In" wage ich mich an das Remake zu einem meiner liebsten Vampirfilme, "So finster die Nacht". Wie mir "The Devil's Backbone" bisher komplett entgehen konnte, bei meiner Liebe für Guillermo del Toro...reden wir besser nicht drüber, es wäre nur peinlich.
Eine erste Auswahl der Filme für dieses Jahr ist schon eingetroffen.
Natürlich werde ich auch in diesem Jahr versuchen, euch den Monat mit ein paar informativen Specials zu versüßen. Lasst euch also überraschen, und genießt den gruseligsten Monat des Jahres in vollen Zügen! Vielleicht macht ihr ja auch selbst mit? In dem Fall lasst doch Links in den Kommentaren, damit man eure Listen finden kann.

Serienkritik: Killjoys Staffel 1

© Pandastorm Pictures
Story: Das actiongeladene Weltraumabenteuer folgt einem Trio hartgesottener Kopfgeldjäger durch das Planetensystem Quad, das am Rande einer Revolution steht. Sie haben geschworen in interplanetarischen Konflikten unparteiisch zu bleiben und halten sich als treue Crew stets den Rücken frei. Doch ein dunkles Geheimnis droht das Trio für immer auseinanderzureißen…

Kritik: Mit "Killjoys" gibt es endlich eine weitere Sci-Fi Serie, die so richtig schnell ein hohes Level an Suchtpotential entfalten kann. Michelle Lovretta, die bereits "Lost Girl" schuf, liefert hier gemeinsam mit den Produzenten von "Orphan Black" eine in gleich mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte erste Staffel ab. Appetit angeregt? Dann erzähle ich euch, warum das so ist.
© Pandastorm Pictures
Zunächst wäre da die Hauptfigur. Hannah John-Kamen spielt Dutch, und sie steht absolut im Zentrum. Ihr zur Seite stehen die Brüder John (Aaron Ashmore), der ein ziemlicher Technikfanatiker ist und Frauenheld D'avin (Luke Macfarlane), und zusammen sind sie wirklich ein eingeschworenes Team. Die Dialoge sind locker flockig, ein bisschen frech, hier und da wird unverbindlich geflirtet. Aber im Ernstfall sind die drei knallhart unterwegs. So entsteht von der ersten Minute an Sympathie, die sich verstärkt, sobald man tiefer in die Geschichte vordringt. Denn natürlich hat jede der Hauptfiguren ihr eigenes Geheimnis und ihre eigene Vergangenheit, die es zu ergründen gilt. Dieses Vordringen dauert ein wenig, denn es gibt eine große Welt zu entdecken, mit all ihren komplexen Geflechten. Wer nur auf Fast Food aus ist, der ist hier möglicherweise an der falschen Adresse.
© Pandastorm Pictures
Optisch orientiert sich "Killjoys" ziemlich offensichtlich an den großen Vorbildern wie "Blade Runner", die CGI hinkt hier und da aber ein wenig hinterher. Dies wird durch das liebevolle Setdesign aber größtenteils gut aufgefangen und rückt so in den Hintergrund. Es kann sich voll und ganz auf das Erkunden der fremden Welten konzentriert werden. Diese sind recht detailreich, so dass man sich gerne und auch schnell darin verliert. Eine der zentralen Themen von Sci-Fi, nämlich das Spinnen einer Zukunftsversion und die gleichzeitige, damit einhergehende Kritik an den aktuellen Zuständen, vermischt "Killjoys" ebenso gekonnt. Klasse, Rasse, soziale Schichten und Unfairness sowie Benachteiligung sind allesamt Themen, die immer wieder angesprochen werden. Das führt hier und da dazu, dass vorhersehbar wird, wie die Figuren interagieren, aber so richtig böse kann man der Serie deswegen nicht sein, dazu ist sie am Ende einfach viel zu sympathisch.

Fazit: "Killjoys" genießt den Underdog Status, und im Vergleich mit den aktuellen Hochglanzproduktionen fällt ihr das Mithalten, zumindest rein objektiv betrachtet, etwas schwer. Wer sich aber auch nur ansatzweise für Sci-Fi begeistern kann, sympathische Helden mit Gewissen mag und den Verlust der Crew der Serenity noch immer nicht verkraftet hat, der findet hier kurzweilige, knackige Unterhaltung, die sich angenehm schnell schauen lässt und sich dabei heimlich, still und leise ins Herzchen einnistet. Und dort hat sich "Killjoys" seinen Platz dann auch redlich verdient.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Pandastorm und Universal ist seit dem 23. September 2016 im Handel. Ins Haus kommt sie in einem schicken Hochglanzschuber geflattert, der fiese FSK-Flatschen ist außen auf der Plastikverpackung angebracht und hinterlässt so auch keine Rückstände auf dem Schuber selbst. Im Inneren wartet dann noch ein Wendecover für all diejenigen, die sich mit Schubern nicht anfreunden können. Die beiden Discs sind stabil untergebracht, in der Hülle befindet sich auch noch ein kleines Booklet mit kurzen Beschreibungen der Episoden. Auf Bonusmaterial auf den Scheiben selbst wurde leider verzichtet.
Das Bild kann sich sehen lasst, es gibt keine Unschärfen, die Farben und Kontraste überzeugen. Hier und da schimmert ein ganz leichter Grünstich durch, dies stört den guten Gesamteindruck aber keineswegs. Körniger wird es allein dann, wenn die Farben sehr dunkel werden, dies trägt aber durchaus zur Atmosphäre bei. Der Sound ist sowohl in der englischen als auch der deutschen DTS-HD MA 5.1 Tonspur sauber, das Verhältnis zwischen Dialogen und Geräuschen sowie Musik ist ausgewogen. Ein bisschen mehr Bass hätte die Sache vertragen dürfen, ansonsten gibt es beim Ton nichts zu bemängeln. Alles in allem eine sehr solide Veröffentlichung, die sich nicht verstecken muss.

Infos zur Serie

Originaltitel: Killjoys
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Sci-Fi
FSK: 16
Laufzeit:10 Folgen mit je 42 Minuten = ~ 420 Minuten Gesamtlaufzeit
Regie: Michelle Lovretta
Drehbuch: Michael Foster, Jeremy Boxen, Annmarie Morais
Darsteller: Hannah John-Kamen, Aaron Ashmore, Luke Macfarlane u.a.

Trailer

Filmkritik: The Rezort

© Ascot Elite

Story: Seit der großen Zombie-Apokalypse ist die Welt eine andere geworden. 2 Milliarden Tote und unzählige traumatisierte Seelen hat die Pandemie gekostet. Doch selbst aus unvorstellbaren Katastrophen kann man Profit schlagen. Mit „The ReZort“ wurde ein einzigartiger Ort geschaffen, der Luxusferien auf einer Trauminsel mit dem Nervenkitzel von Zombie-Jagd verbindet. Ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem hält die zum Abschuss freigegebenen Untoten dabei in Schach – bis es versagt. Eine Gruppe von Amateur-Jägern wird plötzlich zu Gejagten. Bei dem Versuch, sich vor der untoten Meute zu retten, kommen die Zombie-Touristen zufällig dem ungeheuerlichen Geheimnis von „The ReZort“ auf die Spur. Denn das wahre Monster ist kein bissiger Untoter.

Kritik: Zombiefilme erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Kein Wunder, im besten Fall sind die Horden von meist hirnlosen, dafür aber sehr verfressenen Untoten ja auch gruselig wie sonstwas."The Rezort" schickt sich an, blutig-bissige Zombieaction mit Ferienlaune zu vermischen. Und das gelingt überraschend gut, denn wenn man sich anschaut, was im B-Movie Sektor und besonders im Bereich der Horrorfilme sonst so produziert wird, dann ist "The Rezort" tatsächlich eine angenehme Abwechslung.
© Ascot Elite
Mit Dougray Scott, der zuletzt unter anderem in der Netflix-Serie "Hemlock Grove" für Unterhaltung sorgte, konnte ein solider Hauptdarsteller gewonnen werden. Seine Präsenz ist klar genug, um auch über die etwas längere Anlaufzeit hinweg zu helfen, die der Film sich gönnt. Statt uns nämlich gleich ins Gemetzel zu werfen, gibt es erst einmal eine ausgedehnte Vorstellungsrunde. Hier wäre wünschenswert gewesen, dass die Figuren sich ein wenig von der all zu starren Schablone der Horrorstereotypen abheben. Einige tun dies auch, der Rest ist, wie es das ungeschriebene Buch der Horrorfilmregeln so will, leichtes Kanonenfutter.

Auf der Insel zeigen sich die Menschen dann von ihrer besten Seite. "The Rezort" bemüht sich, aus allen möglichen Kanälen Gesellschaftskritik zu üben. Back to the Roots sozusagen, wenn man bedenkt aus welcher Motivation die Zombiefilme zu ihren Anfangszeiten entstanden sind. Das wirkt hier und da ein wenig zu übertrieben, wenn den Zombies von Aktivisten auf Teufel komm raus gleiche Rechte zugeschrieben werden sollen. Andererseits, wer weiß? Vielleicht wollen auch Zombies einfach nur in Ruhe futtern? Auch die Touristen, die nach Herzenslust auf die Untoten ballern dürfen, sind jederzeit auf der sicheren Seite. Die Distanz ist weit, in Häuserschluchten sind die Zombies angekettet. In etwa so mutig und herausfordernd wie Gummienten in der Badewanne angeln ist also das Jagen. Bis die Brut dank eines Comupterfehlers ausbricht. Anleihen an "Jurassic Park" sind hier nicht von der Hand zu weisen.

© Ascot Elite
Aber auch hier gilt: Lieber gut inspirieren lassen als schlecht selber ausdenken. Und wenn die Biester dann endlich ausbrechen, dann geht es gut rund auf der Insel. Überraschend gut gelungen sind auch die Effekte, bis auf ein paar ganz wenige Aussetzer in Sachen Computerblut sieht das Gemetzel sehr anständig aus. Auch die Zombies selbst sehen wunderbar unappetitlich aus. Sobald die Action losgeht folgt "The Rezort" dann brav den bereitgestellten Genrepfaden. Seitenhiebe auf die Tourismusindustrie, die aktuelle Flüchtlingskrise und die generelle Rücksichtslosigkeit der Menschen werden großzügig eingestreut und heben den Film so doch deutlich vom splattrig-matschigen Einheitsbrei ab. 

Fazit: "The Rezort" macht Laune. Gute Effekte, deutliche Seitenhiebe auf die weltpolitische Lage und die generelle Idee an sich, Zombies als Ferienunterhaltung zum Abschuss freizugeben sorgen für einen guten Zugangspunkt. Die Figuren sind etwas hölzern geraten, die Schauspieler überzeugen aber in den ihnen vorgegebenen Möglichkeiten. Nach einer etwas zu langen Anlaufphase fetzt es dann so richtig und dürfte Zombiefans zumindest vorübergehend sattmachen.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite ist seit dem 16. September 2016 im Handel erhältlich. Sie kommt in einem schicken Pappschuber ins Haus, auf den leider ein FSK-Aufkleber aufgedruckt ist. Wer diesen Anblick gar nicht erträgt, der findet im inneren des Schubers ein Wendecover für das Amaray-Keepcase. Die Extras sind nett geraten. Es gibt einen Einblick hinter die Kulissen, ein Featurette zu den visuellen Effekten, dazu noch ein paar Trailer. Bei den Tonspuren kann zwischen dem englischen Original und der deutschen Synchro ausgewählt werden, beide liegen in sauber abgemischtem DTS-HD MA 5.1 vor. Untertitel gibt es ebenfalls, wenn auch nur in deutscher Sprache. Das Bild ist ebenfalls ausgewogen, die Kontraste sind gut gelungen und auch die Schärfe überzeugt.

Infos zum Film

Originaltitel: The Rezort
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror, Thriller
FSK: 16
Laufzeit: 91 Minuten
Regie: Steve Barker
Drehbuch: Paul Gerstenberger
Darsteller: Dougray Scott, Jessica De Gouw, Martin McCann, Elen Rhys Jassa Ahluwalia, Lawrance Walker u.a.

Trailer


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